Straßenfeger

…ein kleiner Abriss zur Zeitung selbst…

Aufgrund der Nähe zu Berlin, kommen nach und nach mehr Menschen nach Potsdam und verkaufen den Straßenfeger. Als eine der etablierten Straßenzeitungen der Landeshauptstadt bietet der Straßenfeger „Hilfe zur Selbsthilfe“ an. Die Idee dahinter ist, dass obdachlose Männer und Frauen nicht ausschließlich auf Almosen und Spenden angewiesen sein sollen, sondern auch selbstbestimmt einer Tätigkeit nachgehen können. Sie sind dabei keine Mitglieder des Verein  Eine weitere Option, die die Zeitung schafft, ist das sich selbst ausdrücken und als Verkäufer*in selbst einen Artikel zu verfassen.

Mit dem Anstieg der sichtbaren Verkäufer*innen im Raum Potsdam kam die Frage auf, was sie unternehmen müssen, um als solche tätig zu werden. Dabei erfuhren wir, dass man sich an diversen Orten die aktuellen Ausgaben holen kann – gegen Vorlage eines gültigen Käuferausweises. Diesen erhalten sie ebenso beim mob e.V., dem Verein, der hinter dem Straßenfeger steht. Mit Vorlage dieses Ausweises erhalten sie die gewünschte Anzahl an Zeitungen zu einem Preis von 60 Cent pro Zeitung. Sie selbst können diese für 1,50 Euro verkaufen.

Und obwohl man die Zeitung in diversen Städten Deutschland finden kann, so ist deren Erwerb für eine*n Verkäufer*in lediglich in Berlin selbst möglich.

…die damit verbundene Idee, die entstand…

Genau dieser Umstand, dass man nirgendwo sonst die Zeitung erwerben kann, ist uns als Streetwork-Team aufgefallen. Jede*r Verkäufer*in muss also von Potsdam für 3,30 Euro pro Strecke nach Berlin fahren und die Zeitung erwerben. Diese 6,60 Euro, die sich zusammengerechnet daraus ergeben, sind für einige der Verkäufer*innen eine Menge Geld und ein herber Verlust in der Tageskasse. Also wollten wir etwas anderes ermöglichen.

Seit Dezember 2014 haben wir eine Kooperation mit dem Straßenfeger. Diese Kooperationsvereinbarung sieht vor, dass wir jeweils alle vierzehn Tage, mit Erscheinen der neuen Ausgabe, einen Stapel von Zeitungen hinterlegt bekommen. Diese werden von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter der Creso dort abgeholt und nach Potsdam gebracht. Somit hat sich die Ausgabe der Zeitung jeweils montags in der Zeit von 9 bis 11 Uhr in der Suppenküche der Stadt Potsdam etabliert. Auch wir geben die Zeitung für 60 Cent das Stück an Verkäufer*innen direkt aus. Das Geld, welches wir dabei einnehmen, wird in regelmäßigen Abständen dem Redaktionsteam zurück gegeben.

 

Des Weiteren konnten wir die Gelegenheit nutzen und uns selbst im Straßenfeger vorstellen. Das erste Mal kam Jutta von der Redaktion zu uns und begleitete uns über mehrere Tage hinweg. Wie sie diesen Einblick empfunden und niedergeschrieben hat, das kann man nachlesen. Unter dem Titel „Mit Händen und Füßen“ hat sie ihre Eindrücke zusammengefasst.